Ethiopian Airlines ET812 in der Business Class von Zanzibar nach Addis Abeba, Äthiopien 🇪🇹 – ein super Flug mit der wohl am meisten unterschätzten Airline der Star Alliance

Mit Ethiopian Airlines in der Business Class von Sansibar nach Addis Abeba. Vom chaotischen Terminal 2 des Flughafens Zanzibar und einer unterirdischen Lounge in einen überraschend entspannten Flug, der alles geboten hat, was man sich in einer Premium Kabine wünschen kann.

Abflug26.12.2023 – (17:00) 17:00
Ankunft26.12.2023 – (19:45) 19:10
Flugzeit2:10 h
FlugzeugtypBoeing 777 – 200 LR
Verspätungkeine – sogar 35 Minuten zu früh angekommen
ReiseklasseBusiness
Plätze1 J & 1 L

Anreise

In den allermeisten Fällen werdet ihr mit irgendeiner Art von Transfer am Flughafen ankommen. Eine andere Art des Transports würde mir jetzt nicht einfallen.

Wir kamen mit einem Auto Transfer vom Amani Boutique Hotel Zanzibar und beschließen mit diesem Flug in Ethiopian Airlines das Ende unserer Afrika Weihnachtsreise. Sollte Euch diese Reise auch interessieren schaut doch auf dieser Seite noch nach unseren anderen Hotel- und Flugerlebnissen. Unser YouTube Kanal bietet darüber hinaus auch noch sehr ausführliche Videos zu weiteren Reisen und Aufenthalten.

Startflughafen

Der Abeid Amani Karume International Airport ist in 3 Terminals unterteilt. Zur Zeit unseres Besuches sind zumindest Terminal 2 & 3 in Betrieb. Terminal 1 war für uns irgendwie nicht präsent.

Terminal 3 ist der große neue Teil des internationalen Flughafens, sehr weitläufig und sauber. Hier fliegen unter anderem Discover Airlines, Oman Air und weitere große Fluggesellschaften ab.

Trotz der Existenz dieses neuen Gebäudes fliegt der allergrößte Teil der Airlines aber noch vom alten Terminal 2 ab. Hier könnt ihr Euch fühlen, als würdet ihr etwa 1968 von Afrika aus in die Welt reisen. Dieser Bau hat seine guten Zeiten schon wirklich sehr, sehr, sehr lange hinter sich. Warum hier trotzdem die Majorität der Flüge abgefertigt wird, ist für uns wirklich absolut nicht nachvollziehbar.

Check-in & Kofferaufgabe

Am Terminal angekommen wird anhand Eurer Buchungsbestätigung geprüft, ob ihr auch am richtigen Ort für Euren Flug seid und nicht vielleicht doch zum anderen Terminal müsst.

Hier wird Euer Gepäck das erste Mal durch den Scanner geschickt und durchleuchtet. Alles Elektronische und Flüssigkeiten müssen ausgepackt und einzeln in Schalen gelegt werden. Wenn die Sachen aber im Gepäck verbleiben macht das auch nicht´s. Wir haben es probiert – ist genau gar nichts weiter passiert. Hauptsache, alle müssen die Schuhe ausziehen. Diese gehen dann ohne Wanne durch den Scanner, in der Hoffnung, dass sie am anderen Ende auch wieder raus kommen.

Einmal durch den ersten Scan steht ihr auch schon in der Schalterhalle. Hier werdet ihr wie überall anders auch persönlich eingecheckt. Wir konnten weder über die Homepage noch die App einchecken und sind deshalb zum Schalter gegangen, an dem wir von einer ziemlich leidenden und eher semi-freundlichen Mitarbeiterin eingecheckt wurden.

Gepäck haben wir nicht aufgegeben. Unser Handgepäck wurde weder überprüft noch gewogen oder in Augenschein genommen.

Sicherheitskontrolle

Die Sicherheitskontrolle befindet sich nur ein paar wenige Schritte weiter. Ihr müsst die Ausreiseunterlage ausfüllen und Euch dann an der Sicherheitskontrolle anstellen. Und hier wird es erst wirklich spannend! Es gibt zwei Scanner – der rechte lief, der linke war offensichtlich nicht in Betrieb.

Vor uns standen etwa 6 Personen an. Auf einmal ging der rechte Scanner nicht mehr und wir mussten uns am linken anstellen (der vorher ja aber eigentlich gar nicht ging…). Die Schlage wurde schon mal ordentlich durcheinandergebracht. Drängeln und böse Blicke waren am Start. Dann wurde eine etwa 10-köpfige Familie an uns vorbei nach vorne gelotst. Deren Flieger hatte schon begonnen zu boarden. Okay. Das passiert mal. Geht durch. 

Als wir an der Reihe waren legten wir unsere Handgepäckstücke aufs Band und die elektronischen Geräte in die obligatorische Wanne. Wir gingen durch den Körperscanner und warteten auf der anderen Seite. Offensichtlich funktionierte der Scanner für die Gepäckstücke aber nicht – oder der Monitor, oder was auch immer… Das hatte zum Ergebnis, dass die Gepäckstücke händisch geöffnet und durchsucht werden mussten.

Währenddessen stand das Band still – dementsprechend lagen, für jeden zugänglich, am anderen Ende ein Teil unserer Pässe und Mobiltelefone in den Wannen. An dieser Stelle wurde beschlossen, dass alles wieder auf das rechte Band gelegt werden musste. Also musste ich wieder zurück durch den Körperscanner und die Wannen und Koffer von einem Band auf das andere legen.

Inzwischen hatten die Gäste von weiter hinten in der Schlange aber schon Teile ihres Gepäcks auf das rechte Band gelegt. Das war so voll und lief einfach so lange durch, dass sich am anderen Ende die Gepäckstücke stapelten und sogar teilweise zu Boden fielen. Ehrlich gesagt waren das fast tumultartige Zustände und weit entfernt von wirklich ernst zu nehmender Kontrolle! Da hat wirklich sehr viel absolut gar nicht funktioniert!

Bei der Passkontrolle mussten wir die vorher ausgefüllten Unterlagen abgeben. Diese wurden auf riesige Stapel abgelegt. einige davon konnten wir sehr gut lesen. Datenschutz Personenbezogener Daten wird hier gar nicht betrieben. Die Kontrolle an sich ging dann okay schnell – die Mitarbeiterin war aber ziemlich lethargisch und unmotiviert.

Lounge

Wer in der Business Class reist, hat an Terminal 2 auch Zugang zur The Premium Lounge Zanzibar. Der Einlass gestaltete sich ein wenig schwierig, weil beim Checkin vergessen wurde auf unsere Boardingpässe einen handschriftlichen Vermerk zu machen. Dies wurde leidlich langwierig von der glücklicherweise sehr netten Mitarbeiterin am Empfang nachgeholt – sie musste dazu mehrere Gespräche führen und auch noch zur Bestätigung zum Gate laufen. Wir mussten während dieser Zeit im sehr engen, heißen und stickigen Vorraum warten.

In die Lounge eingelassen bestätigten sich leider unsere schlimmen Befürchtungen. Ja, es gab Sitzgelegenheiten, Essen und Getränke. Aber… die Qualität. Der Raum war wirklich sehr klein. Die Wände wurden sicherlich das letzte mal vor Jahrzehnten gestrichen. Als Sitzmöglichkeiten waren Kustledersofas und -sessel in verschiedenen Farben und Ausführungen sehr eng um einzelne Couchtische gruppiert. Es machte alles den Anschein eines Gebrauchtwarenverkaufs von ausrangierten Sitzmöbeln.

Die Bar war mit Softdrinks und Bier, sowie einem frischen Saft aus verschiedenen Früchten bestückt. Einzelne wenige Spirituosen standen auch zur Auswahl. Das angebotene Essen bestand aus kleinen süßen Backwaren und abgepackten Sandwiches. Leider tummelten sich allerdings zwischen den Speisen auch Ameisen. Von daher fiel bei uns das Essen aus und wir beschränkten uns auf geschlossene Getränke.

Aber auch hier galt: die beiden Mitarbeiterinnen vor Ort waren zauberhaft und haben dem ganzen Ambiente wenigstens ein bisschen Charm und Glanz verpasst. Ein großes Dankeschön an die beiden!

Boarding

Der Wartebereich vor dem Gate war für die Größe der Maschine viel zu klein bemessen. Dementsprechend war das Gedränge groß und Sitzplätze rar.

Kaum wurde zum Boarding aufgerufen ging das Chaos in eine weitere Runde und alle stellten sich wird an den beiden Gates 1 & 3 (wo Gate 2 geblieben ist, erschloss sich uns nicht…) und wurden alle durcheinander und ungeachtet der Kabinenklassen geboarded.

Unser Flugzeug hatte einen Außenposition unweit des Gates und so liefen alle Passagiere zu den beiden Treppen das kurze Stück über das Vorfeld. Vor dem Einsteigen wurde die Reihennummer auf den Boardingpässen gecheckt und die Gäste wurden zu einer der beiden Fahrgasttreppen gewiesen.

Welcome

Als Businessclass Passagiere durften wir die vordere Treppe benutzen. Kaum oben angekommen empfingen uns zwei freundliche Flugbegleiterinnen und eine wunderbar kühle Kabine. Wir wurden zu unseren Plätzen gewiesen und bekamen schon bevor wir überhaupt saßen eine kleine Flascher Wasser gereicht.

Kaum sitzend wurde erst ein heißes Handtuch gereicht und direkt im Anschluss konnten wir uns zwischen Champagner und Orangensaft als Willkommensgetränk entscheiden. Gleich danach wurde uns die Menükarte gereicht. Kurze Minuten danach fragte die nette Flugbegleiterin schon nach unseren Wünschen für den Hauptgang.

Kurzum: Top vorbereitet und umgesetzt!

Man muss dabei natürlich auch erwähnen, dass von 28 Plätzen in der Businessclass nur 9 besetzt waren.

Start & Routing

Wir sind sehr pünktlich gestartet und gleich Richtung Norden gestartet. Die Route führt immer weiter nördlich über Kenia hinweg bis nach Addis Abeba.

Kabine & Sitz

Die Sitze sind wie das Fluggerät schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber durchaus konkurrenzfähig und gemütlich.

In der 777 – 200 LR sind die Sitze in der Business Class in einer 2 – 3 – 2 Konfiguration identisch zu Turkish Airlines verbaut. Ich persönlich bin ein großer Fan des Sitztyps. Er bietet sehr viel Platz – egal, ob ihr schlafen oder in der aufrechten Position sitzen wollt. Die 3er Konfiguration in der Mitte mag für einzelne Reisende oder Paare komisch sein, aber für Familien die mit einem Kind reisen ist das ideal!

Übrigens nennt Ethiopian Airlines seine Business Class Cloud 9.

Der Sitz lässt sich in verschiedenste individuelle oder voreingestellte Positionen fahren und selbstverständlich in ein vollständig flaches Bett verwandeln.

Gegenüber des eigentlichen Sitzes befindet sich ein Ottomane, der in ausgefahrener Position als Fußablage dient und unter dem auch kleinere Koffer verstaut werden können. Zwischen den Ottomanen befinden sich jeweils die Aufbewahrungsfächer für die Magazine, Sicherheitskarten und ähnliches. In den Armlehnen zwischen den einzelnen Sitzen befindet sich der ausfahrbare Tisch, Steckdosen und die Fernbedienung für den Monitor. Der Fernseher an sich ist vorne in der Armlehne untergebracht. Er lässt sich ausfahren und nach oben klappen. Ab Reihe 2 ist der Fernseher im Rücken der Vordersitze verbaut und fällt dann natürlich auch größer aus – ist dafür aber auch recht weit weg.

Entertainment

Das Entertainment System lässt sich per Touchscreen (so er denn funktioniert) oder Fernbedienung bedienen. Ihr könnt zwischen einer Vielzahl an Programmen, Filmen, Spielen und Karten auswählen. Auf der Ethiopian Airways Seite gibt es einen kleinen Einblick der verfügbaren Programme.

WLAN war an Bord vorhanden, haben wir aber nicht getestet (vergessen…. Sorry!)

Amenities

Da es sich um einen kurzen Tagflug handelt lagen am Platz keine amenitie kits aus. An den Sitzen lag für jeden Gast eine Decke und ein Kopfkissen bereit. Das ist so auch total okay und weitere amenities sind auch wirklich nicht notwendig.

Essen, Trinken & Snacks

Ganz ehrlich?! Des Essensservice auf diesem Flug war der weltschnellste! Schon ungefähr 5 Minuten nachdem die Anschnallzeichen abgeschaltet wurden, stand unser bestelltes Essen auf dem gedeckten Tisch!

Und was soll ich sagen?! Es gab alles, was man sich wünschen kann. Einen leckeren Salat, die Hauptspeise war ordentlich, der Nachtisch auch. Dazu gab es wirklich sehr leckeren Weißwein und im Anschluss noch Pralinen.

Der Wein wurde mit jedem Gang durch die Kabine mit einem Lächeln nachgefüllt. Alles in allem richtig gut.

Der Tisch lässt sich aus der Seite der Lehne ausfahren und einmal ausgeklappt zu einem hin oder weg bewegen, sowie seitlich verschieben, um besser aufstehen zu könne, auch wenn der Tisch gedeckt ist.

Snacks

Kleinigkeiten für Zwischendurch wurden nicht angeboten, waren für diesen kurzen Flug mit einem solch ausführlichen Mittagessen aber auch nicht nötig.

Waschräume

Die beiden Toiletten gleich hinter dem Cockpit sind für die Business class Gäste reserviert und waren dem Alter des Flugzeuges angemessen im Zustand. Keine Perlen der Luftfahrt, aber ordentlich.

Service bei Ethiopian Airlines

Die Flugbegleiterinnen waren zu jeder Zeit freundlich und zuvorkommend. Zu Beginn waren sie kurz etwas irritiert ob unserer Foto- und Videoaktivität, aber das hat sich schnell gelegt.

Ankommen

10 Minuten vor der Landung gab es eine kurze Durchsage aus dem Cockpit. Leider ziemlich genuschelt und undeutlich. Soweit wir verstanden haben, gab es aber keine essentiellen Information, außer der Ankunftszeit und der aktuellen Temperatur vor Ort.

Bei unserer Ankunft ist unserem Flugzeug eine Außenposition zugewiesen worden und dementsprechend wurden Fahrgasttreppen angefahren. Das ganze Prozedere dauerte aber keine 5 Minuten. Beim Ausstieg wurden die Businessclass Gäste bevorzugt behandelt und durften zuerst aussteigen. Am Fuß der Treppe wartete schon ein Bus, der nur für die Passagiere der Businessclass reserviert war. Der Transfer zum Flughafengebäude ging dementsprechend super schnell.

Zielflughafen

Der Addis Abeba Bole International Airport ist ein großer, moderner Flughafen, der mit anderen Hubs unbedingt mithalten kann. Alles ist neu und ein Teil wird gerade auch noch erweitert. Lediglich die Gepäckkontrolle beim Transit schlägt etwas aus der Reihe. Hier war ein wenig Chaos angesagt mit Gepäckwannen, die auf dem Boden verteilt und teilweise im Weg rumstanden und einer eher nicht so potenten Sicherheitskontrolle. Dass wir auch hier die Schuhe ausziehen mussten, verspricht sich von selbst. Pro Tipp an dieser Stelle: unbedingt Socken in den Schuhen anhaben – die Teppiche möchte ich ehrlich gesagt nur äußerst ungerne barfuß betreten!

Der Airport ist Heimatflughafen und Main Hub von Ethiopian Airlines und wir müssen wirklich sagen: wir waren sehr positiv überrascht wie toll dieser Flughafen ist.

Lounge

Als Business Class Gäste durften wir auch die Lounge für unsere Transitzeit besuchen. Die Sheba Cloud Nine Lounge ist riesig und ebenfalls modern, sauber und mit einem tollen Essensangebot ausgestattet. Man kann duschen, es gibt verschiedene Bars, Blick auf die Stadt und sogar ein Massageangebot (wir waren leider zu spät dran). Bei unserer Ankunft um 20 Uhr war die Lounge noch relativ leer, füllte sich dann aber mit den vielen Transitpassagieren. Trotzdem gab es viele freie Plätze und jeder konnte für seinen Geschmack ein Eck finden. Wir waren begeistert von dieser riesengroßen Lounge mit so vielen tollen Angeboten!

Fazit

Das Fluggerät ist ein wenig in die Jahre gekommen, aber ansonsten gut in Schuss. Der Service und das Speisen- und Getränkeangebot sind super. Die Lounge ist riesig und bietet wirklich viele tolle Essens- und Rückzugsmöglichkeiten. Ethiopian Airlines und ihr Heimatflughafen können auf jeden Fall im internationalen Vergleich mithalten!

Punkte

Wir vergeben für diesen Flug mit Ethiopian Airlines von Sansibar nach Addis Abeba in der Business Class der 777-200LR 9 von 10 möglichen Punkten.

Einen halben Punkt ziehen wir ab für das schon in die Jahre gekommene Flugzeug und einen weiteren halben Punkt für die Flughafen Situation auf Sansibar. Ob die Airline da einen Einfluss hat und hoffentlich bald im neuen Terminal abfertigt, kann man nur hoffen, aber das gesamte Flugerlebnis wurde dadurch schon beeinflusst.

Empfehlung

Wir können Ethiopian Airlines ohne Einschränkungen und mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Wir waren begeistert von diesem Flug. Für Paare und Familien gibt es in der Business Class Konfiguration auf jeden Fall immer eine Konstellation die passt. Für einzelne Reisende ist die Kabine vielleicht nicht so geeignet. Privatsphäre ist jetzt nicht unbedingt gegeben und wenn ihr am Fenster sitzen möchtet oder euch der Mittelsitz zugewiesen wird gibt es keine direkten Gangzugang.

Airline Homepage

Ethiopian Airlines

Try them?

Unbedingt. Wir finden: try them!

YouTube Video

Selbstverständlich könnt ihr dieses Review wie immer auch auf unserem YouTube Kanal ansehen. Viel Spaß dabei!


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