AI 2478 Air India in der Business Class von Goa (GOI), Indien nach Mumbai (BOM), Indien

Ein kurzer Flug, aber trotzdem das volle Business Class Erlebnis

Von Anfang an hat dieser kurze Air India Flug AI 2478 immer auch etwas Improvisiertes an sich – eine Lounge, die aus allen Nähten platzt, ein Welcome-Drink, der geschmacklich eher überrascht als überzeugt, und mittendrin trotzdem dieses leise Grinsen, weil wir für ein paar Euro mehr in einem richtig komfortablen Business-Sitz sitzt. Air India schafft es, mit wenig Schnickschnack ein überraschend angenehmes Gefühl an Bord zu erzeugen, während draußen die Küste Richtung Mumbai vorbeizieht. Was von diesem kurzen Trip wirklich hängen bleibt, lest ihr in unserer ausführlichen Review.

Review # 135

Abflug – geplant (aktuell)28.05.2026 14:55 (15:31)
Ankunft – geplant (aktuell)28.05.2026 16:30 (16:31)
Flugzeit – geplant (aktuell)1:35 (0:59)
Verspätung36 Minuten bei Abflug
1 Minute bei Ankunft
Flugzeugtyp (Flugzeugkennung)A320 neo (VT – EXG)
ReiseklasseBusiness
Plätze2A & 2C

Anreise

Ein Uber oder Ola bekommt ihr für die Fahrt zum Flughafen Dabolim nicht – das gibt es in Goa schlicht nicht. Für die Anreise bleibt euch also nur das Taxi, oder die staatliche GoaMiles-App, mit der ihr auch vorab ein Fahrzeug bestellen könnt. Auch ein privat oder vom Hotel organisierter Transfer ist natürlich möglich.

Je nachdem, wo ihr in Goa untergekommen seid, variiert die Fahrzeit deutlich: Von Panaji aus seid ihr in rund 45 Minuten da, von Margao eher 30 Minuten, und wenn euer Hotel weiter südlich Richtung Palolem liegt, müsst ihr mit gut anderthalb bis zwei Stunden rechnen. Öffentlicher Nahverkehr ist zwar vorhanden, ihr könnt natürlich auch mit Bussen anreisen. Das ist allerdings tatsächlich in Goa ziemlich umständlich. Vor allem mit Koffern.

Wir kamen von unserem Aufenthalt im Grand Hyatt Goa mit einem vom Hotel organisierten Transfer nach etwa einer halben Stunde am internationale Flughafen Goa Dabolim (GOI) an. Ihr könnt mit dem Auto direkt bis vor das Gebäude fahren und seid dementsprechend schnell in der Schalterhalle.

Startflughafen

Lange war Dabolim Goas einziges Tor zur Welt, mittlerweile hat sich das Bild aber deutlich verschoben: Seit der neue Flughafen Mopa (GOX) im Norden Goas im Januar 2023 eröffnet hat, läuft der Großteil des internationalen Verkehrs über diesen, während GOI heute vor allem Inlandsflüge sowie saisonale Charterflüge abfertigt. Achtet also unbedingt darauf, welcher der beiden Flughäfen auf eurem Ticket steht – die beiden liegen an entgegengesetzten Enden von Goa.

Das Terminal selbst, seit Dezember 2013 in Betrieb, ist mit acht Fluggastbrücken angenehm überschaubar und fertigt Inlands- und Auslandsflüge unter einem Dach ab – kein Terminal-Hopping, keine Satelliten-Concourses.

Um den Flughafen überhaupt betreten zu können müssen alle Fluggäste am Eingang durch eine Sicherheitsschleuse bei der Euer Gepäck schon das erste Mal durchleuchtet wird und ihr euren Boardingpass vorzeigen müsst.

Check-in & Kofferaufgabe

In der Schalterhalle stehen für Business-Class-Gäste zwei eigene Check-in-Counter mit Air India Personal zur Verfügung. Als einzige Fluggäste dort waren wir direkt an der Reihe – der Prozess ging relativ schnell, und nach nur ein paar wenigen Minuten hielten wir schon die Boardingpässe sowie eine handgeschriebene Einladung für die Lounge in den Händen.

Sicherheitskontrolle

Nach dem Check-in geht es eine Treppe nach oben zu einer zentralen Sicherheitskontrolle, die nach Frauen und Männern getrennt ist – ohne dass das irgendwo kommuniziert wurde, was zunächst für etwas Verwirrung bei uns sorgte. Wir standen aus Versehen erst an der falschen Schlange an und wurden dann aber zur anderen geschickt. Insgesamt war es zwar etwas chaotisch, bis klar war, wo es hingeht und wie alles funktioniert, aber alle waren sehr nett, und am Ende ging es dann doch auch ganz okay schnell.

Lounge

Wir haben uns wirklich sehr über die Einladung zur Lounge gefreut, aber die Travel Club Lounge, die gleichzeitig auch eine Priority-Pass-Lounge ist, war leider eine komplette Katastrophe. Als einzige Lounge am Flughafen GOI musste sie alle Premiumfluggäste und dazu noch einige andere Gäste mit Zugangsberechtigung aufnehmen. Die Größe hat absolut nicht ausgereicht und die Lounge war übervoll.

Schon von außen war sichtbar, dass es drinnen voll würde und so wurden einige Fluggäste schon leicht hektisch und versuchten sich am Empfang vorzudrängeln. Die Damen an der Empfangstheke haben relativ erfolglos versucht dem ganzen Einhalt zu gebieten und so schnell wie möglich alle Gäste abzufertigen.

Wir hatten total Glück und konnten noch zwei gerade frei gewordene Plätze ergattern und uns mit etwas Essen vom Buffet versorgen. Ich fand es total lecker, Fabi mochte nichts davon essen. Eine eigene Toilette gab es in der Lounge auch nicht – alle Gäste mussten die öffentliche Toilette nebenan benutzen. Die war zugegebenermaßen riesig und ziemlich sauber, aber das hat natürlich für zusätzliches Chaos am Empfang gesorgt. Wir haben uns also relativ schnell dafür entschieden einfach direkt ans Gate zu gehen und dort zu warten – was durchaus eine gute Entscheidung war.

Boarding

In der Wartehalle war es sehr entspannt, mit ruhiger Musik wie in einem Spa und angenehm frisch dank riesiger Deckenventilatoren. Das Boarding hätte eigentlich schon eine ganze Stunde vor Abflug starten sollen, zu dem Zeitpunkt wurde allerdings noch der vorherige Flug abgefertigt. Mit rund 30 Minuten Verspätung begann das Boarding dann relativ spontan – zunächst stieg eine Gästin ein, die auf einen Rollstuhl angewiesen war, danach wurden die Fluggäste der Business Class sowie die Statusgäste gebeten einzusteigen. Wie bei Air India typisch läuft das Boarding nach Gruppen und verlief ziemlich geordnet.

Interessanterweise fand die Abfertigung an Gate B statt, der eigentliche Flugsteig war aber Gate 4 – dorthin mussten wir eine ganze Weile laufen und zusätzlich drei Rampen nach unten gehen, wo nochmal Boardingpässe und Security-Nummern gecheckt wurden. Von dort ging es dann in die eigentliche Fluggastbrücke und somit direkt zum Flugzeug.

Welcome an Bord

Noch vor dem Start gab es für uns einen Welcome-Drink, der leider irgendwie nach Rote-Bete-Saft mit Sahne schmeckte und uns jetzt geschmacklich leider nicht überzeugen konnte. Dazu gab es ein Erfrischungstuch und ein Lächeln.

Start & Routing

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung ging es für uns mit einem 9 Jahre alten A320neo von Goa immer an der Küste entlang nach Norden, bevor wir nach nur einer Stunde Flugzeit inklusive einiger Warteschleifen sogar noch pünktlich in Mumbai gelandet sind.

Quelle: flightradar24.com

Kabine & Sitz

Die Business Class in diesem AirIndia Airbus A320neo besteht aus den ersten beiden Reihen in einer 2 – 2 Konfiguration. Danach bietet die Airline vier Reihen einer Premium Economy in einer 3 – 3 Bestuhlung, die gegenüber der restlichen Economy Class ein wenig mehr Beinfreiheit bietet. Insgesamt bietet diese Flugzeug 164 Sitze.

Wir hatten ursprünglich ein Economy Class Ticket für diese kurze Strecke gebucht und bekamen dann aber direkt nach der Bestätigung ein Angebot, bei dem das Upgrade in die Business Class lediglich 46 Euro pro Person kostete. Und ihr kennt uns ja – wir haben also direkt zugeschlagen.

Quelle: aeroLOPA.com

Der vordere Business Class Teil der Kabine war vom Rest mit eine Vorhang abgetrennt, aber ansonsten in der Ausstattung nicht anders. Die Gepäckfächer waren natürlich ziemlich reichlich vorhanden – für jeden Sitz war genügen Platz für Gepäckstücke vorhanden.

Der bequeme und breite Sitz bietet zwei Armlehnen und in der Mitte zwischen den beiden Sitzplätzen eine Abstellfläche für Getränke. Es gibt ausreichend viel Beinfreiheit und natürlich auch eine verstellbare Kopfstütze.

Die Rückenlehne lässt sich nach hinten neigen, wobei die Neigung insgesamt eher nicht so groß ausfällt. Zusätzlich ist auch noch eine Fußstütze eingebaut, die allerdings für größere Personen (über 1,80 m) etwas schwierig zu nutzen ist – bei 1,90 m Körpergröße könnt ihr Euch die Nutzung eigentlich sparen – da drückt die untere Kante nur unangenehm in die Wade. Hier könnt ihr allerdings die Fußstütze nutzen, die am Vordersitz angebracht ist und sich stufenlos verstellen lässt.

Unterhalb der Armlehne im mittleren Teil der beiden Sitze findet ihr einen Stauraum, dort ist auch die Steckdose mit den Lademöglichkeiten untergebracht. In der Rückenlehne des Vordersitzes sind noch Verstaumöglichkeiten für Magazine oder ähnliches angebracht.

Der ausziehbare Tisch befindet sich jeweils an den äußeren Seiten des Sitzes. Hier ist auch eine recht intelligente Möglichkeit eingebaut die Hälfte des Tischen zugeklappt so zu nutzen, dass ihr vorne schreiben könnt und an der hinteren Klappe Euer mobiles Endgerät aufstellen könnt, um darauf Serien oder Filme schauen zu können.

Entertainment

Ziemlich schade fanden wir, dass Air India leider keine Monitore in deinem Fluggerät bietet. Lediglich ein Inflight Magazin lag bereit, sowie eine Anleitung zum Airline internen Streaming Dienst Vista Stream. Dort könnt ihr auf Eurem eigenen Gerät online Filme, Serien, Musik und Spiele nutzen.

Amenities

Besondere Amenities gab es auf diesem kurzen Flug nicht. Lediglich ein Kissen lag für uns beim Einsteigen schon bereit.

Essen, Trinken & Snacks

Für einen so kurzen Flug braucht es zeitlich eigentlich keinen großen Snack, wenn er aber warm serviert wird, ist das umso besser. Wir konnten aus zwei Varianten wählen, die aber nicht in einer Karte präsentiert, sondern nur mündlich abgefragt wurden. Wir konnten zwischen Chicken und Veggie Pasta wählen. Unsere wähl fiel auf ersteres und so wurde uns ein Pulled-Chicken-Baguette serviert, das durchaus etwas großzügiger hätte belegt und geschmacklich mehr bieten hätte können. Dazu ein Stück Kusche als Dessert.

Waschräume

Der Waschraum für die Business Class befindet sich vorne und scheint komplett identisch mit allen anderen im Flugzeug zu sein. Dass auch Passagiere aus der Economy diesen nutzten, schien tatsächlich niemanden weiter zu stören.

Service

Die Crew war grundsätzlich nett bis freundlich bemüht, aber jetzt auch nicht besonders proaktiv oder präsent in der Kabine. Eher Basic professionell. Der Flug selbst war ansonsten relativ unspektakulär.

Ankommen

Wir landeten nach einigen Warteschleifen bei bestem Wetter in Mumbai und mussten dann aber nach einiger längeren Taxi Strecke über eine mobile Fluggasttreppe aussteigen und per Bus zum Terminal gebracht werden.

Wie sich herausstellte, gibt es an Gate V8 zwar auch eine Fluggastbrücke am Terminal, das aber offensichtlich nicht für den regulären Flugbetrieb genutzt wird.

Zielflughafen

In Mumbai landet ihr am Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport, kurz BOM – einem der größten und am stärksten frequentierten Flughäfen Indiens mit über 55 Millionen Passagieren im Jahr. Internationale wie auch die meisten Inlandsflüge laufen über das große Terminal 2, ein architektonisch aufwendiges Gebäude, dessen Deckenverkleidung mit tausenden schillernden, an Pfauenfedern erinnernden Elementen verkleidet ist – definitiv ein Hingucker direkt nach der Landung.

Die Wege durch das Terminal sind wegen seiner Größe nicht ganz kurz, dafür ist alles gut ausgeschildert. Wer weiterreisen will, kommt seit Oktober 2024 auch direkt per Metro (Aqua Line) vom Terminal in die Stadt.

Der Weg vom Bus zum Gepäckband war nicht allzu weit und die Halle in der die Gepäckbänder aufgereiht stehen ist schön hoch und hell. Sehr übersichtlich und angenehm gestaltet findet ihr hier ziemlich schnell das Gepäckband an dem Euere Koffer ankommen. Wir mussten zwar ein wenig warten, aber nach einer Viertelstunde hatten wir unser Koffer wieder bei uns.

Ab- und Weiterreise

Vom Flughafen aus könnt ihr wie gesagt mit er Metro abreisen, aber natürlich auch mit einem der vielen Ride Hailing Dienste. Diese sind ganz ordentlich ausgeschrieben, aber zu Fuß nicht wirklich um die Ecke. Für uns geht es von hier aus zum St. Regis Mumbai, bevor wir für lediglich ein paar Stunden ins Four Seasons Mumbai einchecken und in der gleichen Nacht noch in der Lufthansa Business Class zurück nach Frankfurt fliegen.

Fazit

Dieser kurze Flug mit Air India von Goa nach Mumbai war ordentlich. Die Business Class Kabine mit den tollen Sitzen ist natürlich allen europäischen Airlines um Längen voraus und eigentlich gar nicht vergleichbar. Der damit eihergehende Komfort ist ein wirkliches Premium Erlebnis und lässt mich auf der Strecke Frankfurt – Hamburg immer dorthin zurück träumen! Der Service war jetzt okay, aber weit weg von super. Vom Lounge Erlebnis in Goa brauchen wir gar nicht erst anfangen.

Punkte

Wir vergeben diesem Flug solide 8 von 10 möglichen Punkten.

Ein Punkt geht ab für die wirklich gruselige Lounge in Goa und ein weiterer für den eher unterdurchschnittlichen Service an Bord.

Empfehlung

Wir können diesen Flug in der Business Class wirklich empfehlen. Bedenkt man den relativ geringen Preisunterschied zur Economy Class hat sich unserer Meinung nach der Aufpreis absolut gelohnt. Klar – der Flug ist nur wirklich sehr kurz, aber dafür ist der Komfort in einer wirklichen Premium Kabine mit einem echten Business Class Sitz wirklich toll.

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YouTube Review

Wenn Du jetzt noch Lust auf mehr Infos zu diesem Flug hast verpass auf keinen Fall unsere tolle YouTube Review dazu.


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