Ein Flug wie kein anderer. Mit AirKenya P2 – 852 von Airstrip zu Airstrip in die afrikanische Wildnis der Maasai Mara.
| Abflug | 17.12.2023 – 10:30 |
| Ankunft | 17.12.2023 – 11:10 |
| Flugzeit | 1:10 h |
| Verspätung | Keine |
| Flugzeugtyp | Bombardier DHC 8-202 (Dash 8) |
| Reiseklasse | Economy |
| Plätze | freie Platzwahl |
Inhalt
Startflughafen
Wir starten unseren Flug in die Maasai Mara auf dem Nairobi Wilson International Airport.
Neben dem großen internationalen Jomo Kenyatta Airport ist dieser der kleinere, gemütlichere Flughafen von wo aus die Kurzstrecken und vor allem die kleinen Maschinen zu den Safari Zielen starten.
Der Flughafen an sich ist grundsätzlich anders aufgebaut als die meisten anderen, insofern, dass es nicht ein zentrales Terminal für alle dort startenden Fluggesellschaften gibt, sondern jede Airline ihr eigenes Abfertigungsgebäude hat. Das führt dazu, dass das Areal eher weitläufig ist und wir erstmal ein wenig suchen mussten, wo wir überhaupt hin müssen. Auch der Fahrer wusste nicht genau wo AirKenya abfliegt. Gemeinsam haben wir es dann ab er geschafft.


Anreise
Zum Wilson Airport kommt ihr am besten per Fahrer. In Kenia sind die Preise für Transport sehr günstig und neben der Möglichkeit mit einem der kleinen vollgestopften Busse dort hin zu gelangen wüsste ich nicht, wie das ansonsten gehen sollte.
Check-in & Kofferaufgabe
Am Gebäude angekommen müsst ihr über einen kleinen Parkplatz laufen und direkt hinter der Eingangstür Euer Gepäck durch einen Scanner laufen lassen. Gleich im Anschluss an den Scanner wird das Gepäck gewogen! Und zwar alles zusammen. Alle Taschen, Koffer, Rucksäcke und was ihr sonst noch so dabei habt. Das gesamte Gepäck darf nicht mehr als 15 Kilo haben. Solltet ihr schwereres Gepäck dabei haben müsst ihr das vorher anmelden und einen extra Sitz dafür kaufen. Dazu kommt eine Gebühr von 5 Dollar / Kilo. Überlegt Euch also sehr gut, was ihr mitnehmt. Übrigens wird angesagt, dass „softsided bags“ gepackt werden sollen. Das war bei uns kein Problem uns ist auch nicht gecheckt worden. Wir hatten beide Hartschalenkoffer dabei. Das scheint nur eine Vorgabe zu sein, weil der Frachtplatz sehr gering ist und weiche Tasche platzsparender verladen werden können.
Ein paar Meter weiter steht ihr direkt schon am kleinen Check-in Schalter. Dort wurden wir freundlich empfangen und der Mitarbeiter hat alles einfach und schnell abgearbeitet. Hier allerdings haben wir erfahren, dass unser Flug durchaus kein Direktflug ist. Denn auf allen Flügen von allen Airlines in die Maasai Mara wird nach den Prinzip verfahren: wir schauen mal, wer welche Verbindung bucht und passen dann unseren Flugplan und das Fluggerät an.

In der Mara gibt es keine richtigen Flughäfen, sondern – wie der Name Airstrip schon sagt – nur bessere Schotterpisten, die als Landebahnen fungieren. Außerdem gibt es im Nationalpark keine asphaltierte Straßen und deshalb ist der Transport zu den Lodges eher beschwerlich – darum gibt es mehrere eher dezentrale Airstrips über die ganze Mara verteilt. Und weil nicht immer alle Airstrips angeflogen werden müssen wird erst am Tag des Fluges festgelegt, wo überall gelandet wird und wo nicht. Dementsprechend oft stoppt ihr auf Eurem Flug. Außerdem ist das Prinzip eher wie ein Bus zu verstehen. Die Maschine fliegt eine bestimmte Strecke ab und es steigen immer Fluggäste aus – aber auch wieder andere ein.
Uns wurde das Prozedere erst während des Fluges so richtig klar. Ihr müsst also während der Stops auch immer aufpassen, dass ihr am richtigen aussteigt! Natürlich wird das aber von der bezaubernden Flugbegleiterin geprüft und im Zweifel werdet ihr per Namen aufgerufen. Und ja – ist auf unserem Flug auch passiert…
Wartebereich / Lounge
Aber nochmal zurück zum Flughafen. Wenn ihr eingecheckt seid könnt ihr noch kurz in den kleinen Shop, oder Euch schon im Erdgeschoss beim Gate (ja – eins!) hinsetzen. Ein Stockwerk weiter oben gibt es eine Lounge – die aber auch als Wartebereich zu verstehen ist. Hier gibt es eine schöne kleine Kaffeebar an der ihr Euch kostenpflichtig mit Frühstück oder kleinen Snacks versorgen könnt. Der Blick von hier ist super und die Einrichtung sehr bequem. Wir waren mit dem größten Flugzeug der Flotte unterwegs, das schon auf uns auf dem Vorfeld wartete. Interessanterweise steht auf dem Boardingpass übrigens auch die Flugzeugkennung drauf, damit es keine Verwechslungen gibt zu welchem Flieger ihr gehen müsst.


Boarding
Zum Boarding werden alle Fluggäste per Durchsage aufgerufen und am einzigen Ausgang wird der Boarding Pass kurz gecheckt. Und da unser Flugzeug direkt vor dem Terminal abgestellt war, waren es wirklich nur einige wenige Meter bis zum Einstieg.



Welcome
Am Flieger angekommen wurden wir gebeten immer nur einzeln auf die Treppe zu treten – auch irgendwie süß. In der Kabine wurden wir von der äußerst sympathischen Flugbegleiterin begrüßt. Wir bekamen eine kleine Flasche Wasser in die Hand gedrückt und durften uns einen Minzbonbon nehmen.
Im Flugzeug an sich ist freie Platzwahl. Interessanterweise fand ich das hier aber sehr viel entspannter, als bei europäischen Lowcost Airlines. Tatsächlich waren gar nicht so viele Plätze frei.
Start & Routing
Das Taxi war natürlich sehr kurz und ohne lange zu brauchen waren wir auch schon in der Luft. Die Flugbegleiterin erklärte nochmal das Prinzip der einzelnen Stops und zählte die Airstrips auf, die wir nacheinander anfliegen werden. Erst hier wurde uns klar, dass unser Stop der 4. und letzte sein wird.

Zum ersten Stop Mara North waren es etwa 25 Minuten. Hier fühlt sich die Reise noch nach einem ganz normalen Flug an. Wir flogen über den Wolken und der Flug verlief normal ruhig. Danach sind die einzelnen Stops dann aber nur noch maximal 8 Minuten Flugzeit voneinander entfernt. Das heißt, dass wir nur einige hundert Meter hoch geflogen sind und die Ruhe damit vorbei. Kaum gestartet und das Fahrwerk eingefahren wurde es auch direkt schon wieder ausgefahren.
Für mich war das super. Sehr spannend und so nah an den Ursprüngen der Fliegerei. Das war richtig Arbeit für die Piloten und hatte wirklich gar nichts mit mondänem Fliegen und Luxus zu tun. Fabi allerdings fand das gar nicht gut und sein Magen konnte es leider auch nicht wirklich gut vertragen.
Die weiteren Stops waren auf unserem Flug Kichwa Tembo, Mara Serena und am Ende unser Stop: Keekorok Airstrip.
Kabine & Sitz
Die Bombardier DHC 8 – 202 (Dash 8) hatte schon so einige Jahre auf dem Buckel und dementsprechend sah die alte Dame auch aus. Ein wenig mitgenommen, aber durchaus noch mit Würde.
Die Sitze waren in einer 2 -2 Anordnung und mit einigermaßen gutem Abstand eingebaut. Im Rücken des Vordersitzes war das obligatorische Netz und natürlich auch ein Tisch zum runterklappen angebracht. Die Verstaumöglichkeit über dem Kopf war auch herrlich antiquiert und nicht besonders groß.



Entertainment
Tja. Ein modernes Entertainment System gibt es natürlich nicht. Lediglich ein Magazin der Airline war an jedem Sitz vorhanden. Allerdings muss ich auch sagen, dass das wirkliche Entertainment draußen vor dem Fenster stattfindet. Kaum gestartet fliegt ihr über den Nairobi Nationalpark und wir haben original 1 Minute nach Start die erste Giraffe von oben gesehen. Ich hab fast geweint vor Glück! Und bei den kurzen Flügen von einem Airstrip zum nächsten fliegt ihr so niedrig, dass ihr mit Glück so einige Wildtiere der Mara schon sehen könnt, bevor ihr überhaupt das erste Mal auf Safari wart! Also: bei diesem Flug immer aus dem Fenster schauen! Es lohnt sich.



Waschräume
Eine wirklich sehr kleine und ziemlich in die Jahre gekommene Toilette ist ganz hinten im Heck gleich neben der Tür verbaut.


Service
Der Service beschränkt sich auf diesem Flug auf die Assistenz der Flugbegleiterin beim Ein- und Ausstieg, sowie auf die Unterstützung dabei am richtigen Ort auszusteigen. Interessanterweise ist übrigens neben der Stewardess auch immer ein Techniker mit an Bord, der vor Ort ist, wenn ein technisches Problem auftritt. Sowie ein Gepäckverlader der die Koffer auf den Airstrips ein- und auslädt.
Ankommen
Wenn ihr ankommt geht ihr über die Treppe runter direkt auf den Airstrip. Und das Gefühl ist echt total verrückt. Ihr steht mitten in der afrikanischen Wildnis auf einer Schotterpiste vor einem Flugzeug. Ich jedenfalls fand das total surreal. Euer Gepäck holt ihr einfach selbst ab. Dazu sind wir um das Heck des Flugzeugs gelaufen und haben unsere Koffer direkt aus der Gepäckluke raus in die Hand gedrückt bekommen. Irgendwie wie beim Bus.



Zielflughafen
Der Keekorok Airstrip ist (wie alle anderen auch) einfach eine Schotterpiste in der kenianischen Wildnis. Es gibt lediglich einen überdachten offenen Wartebereich mit Bänken. Ein Toilettenhäuschen und eine kleine Baracke an der ihr Euer Nationalpark Ticket kaufen müsst.



Ansonsten steht da nur eine Menge Jeeps die die Lodgegäste abholen. Um den Airstrip an sich ist nichts außer sehr viel Afrika!

Übrigens startet der Flieger auch ziemlich schnell wieder und ihr bekommt so die einzigartige Gelegenheit so nah wie nie beim Start eines Flugzeuges dabei zu sein.

Fabi hat dazu ein paar wirklich spektakuläre Aufnahmen auf unserem YouTube Review für Euch festgehalten!
Für uns ging es von hier übrigens weiter zu einem wahrlich spektakulären Aufenthalt in der brandneuen JW Marriott Masai Mara Lodge. Schaut unbedingt rein und lest die Review zu einem unvergesslichen Erlebnis mitten in der Wildnis!
Rückflug
Auf dem Rückflug dachten wir, dass wir dann als Letzte einsteigen und direkt ohne Zwischenstop nach Nairobi fliegen. Aber nein – falsch gedacht. Wir sind die 3 Stops wieder abgeflogen. Dieses Mal war aber irgendwie die Klimaanlage kaputt und wir haben unglaublich geschwitzt bei wirklich schlechter Luft.
Übrigens wurde uns beim Einsteigen in den vollen Flieger die erste Reihe zugewiesen. Diese ist aber rückwärts eingebaut und ergibt so einen 4-er Platz ähnlich dem im Bus, was zu einigen betretenen Blicken bei unserem Gegenüber geführt hat. Aber uns ein ganz neues und ungewohntes Fluggefühl und interessante Ausblicke beschert hat.


Fazit
Der Flug war einzigartig. Ja – der Flieger ist alt. Und ja – der Flug mit den Stops ist anstrengend. Aber: ich möchte auf keinen Fall sagen, dass war eine „one in a lifetime experience“ denn das oder etwas ähnliches möchte ich sehr gerne nochmal machen. Die Aussicht ist unglaublich und das Gefühl einfach in der afrikanischen Wildnis mit einer größeren Verkehrsmaschine zu landen ist irgendwie total verrückt. Kurz: ich fand’s wahnsinnig spannend. Fabi eher nicht so… 😉
Punkte
Ich vergebe 8 von 10 möglichen Punkten. Dieses Mal kann ich das aber gar nicht so richtig an einzelnen Punkten festmachen. Meiner Meinung nach können hier nicht die normalen Standards gelten. Eine kleine Airline in Afrika ist anders, als ein Global Player!
Toll war das Terminal und die Abfertigung. Alles so easy. Die Flugerfahrung war super spannend. Und es gab wenigstens ein Wasser zu trinken.
Blöd fand ich auf dem Rückflug die Klimaanlagen Situation und ich hätte mir gewünscht dass die Fenster nicht ganz so verkratzt und vergilbt wären. Dann wäre die Sicht noch besser auf die Mara von oben.
Empfehlung
Tja. Wenn ihr nicht mit dem Auto 5 bis 8 Stunden anstrengend durch die Wildnis fahren wollt bleibt Euch nichts anderes übrig, als in den Flieger zu steigen. Da bleibt Euch nur eins übrig: Augen zu und durch, oder wie ich… Freut Euch auf einen spannenden und außergewöhnlichen Flug.
Airline Homepage
YouTube Review
Fabi hat über diese beiden Flüge für Euch natürlich auch noch eine ausführliche Review mit spektakulären Aufnahmen direkt vom Airstrip bei YouTube hochgeladen.
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[…] vom Nairobi Wilson Airport nach Sansibar. Wie auch schon in der Review unseres Fluges mit AirKenya nach Maasai Mara geschrieben ist der liebevoll auch einfach Wilson genannte Flughafen kein zentrales Gebäude, […]