Fairmont The Norfolk, Nairobi, Kenia 🇰🇪

Lust auf eine kleine Zeitreise in Nairobis wohl geschichtsträchtigstes Hotel? In unserer Review zum Fairmont The Norfolk nehmen wir dich mit durch luxuriöse Innenhöfe, charmante Kolonialarchitektur und einen Service, der zwar professionell ist – aber reicht das, um zu begeistern?

Lage

Das Fairmont The Norfolk liegt unweit des Kenya National Museum im Herzen der kenianischen Hauptstadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind nicht weit entfernt und einfach zu erreichen. Viele andere Hotels liegen hier im internationalen Distrikt um die Ecke.

Anreise

Nach Nairobi kommt ihr von Europa aus natürlich im Normalfall mit dem Flugzeug. Von allen größeren internationalen Metropolen aus gibt es regelmäßige Verbindungen. Kenia ist ein beliebtes Reiseland und wird auch von Deutschland aus von mehreren Fluggesellschaften angeflogen.

Selbstverständlich könnt ihr auch aus anderen afrikanischen Staaten mit dem Auto oder Bus nach Kenia einreisen.

So kommt ihr ins Hotel

Ihr landet von Deutschland aus am internationalen Flughafen Jomo Kenyatta von wo aus das Hotel mit dem Auto in 30 Minuten erreicht wird. Die Straßen von Nairobi leiden allerdings notorisch an Verstopfung und so solltet ihr eher ein wenig mehr Zeit einplanen.

Am Flughafen gibt es außerdem gut organisierte Taxi und Mietwagen Stände. Wir sind komplett problemlos mit uber zum Hotel gefahren. Zentral organisierten öffentlichen Nahverkehr gibt es in Nairobi nur teilweise. Aber wenn ihr ein wenig abenteuerlustig seid und Euch weder Lautstärke noch Enge schrecken könnt ihr mit einem der berühmten Matatus auch zum Hotel gelangen.

Wir sind auf dem Rückweg von unserer Safari im JW Marriott Masai Mara und dem Flug mit AirKenya allerdings vom kleineren Nairobi Wilson International aus zum Hotel angereist. Der Flughafen bedient die kürzeren Strecken zu den Nachbarländern, vor allem aber die Safari Airstrips in den Nationalparks des Landes. Die Strecke zum Hotel sind nur knappe 6 Kilometer und eigentlich in weniger als einer Viertelstunde zu schaffen, aber wegen der ständig Staus brauchten wir eigentlich immer knapp eine halbe Stunde. Rechnet das also unbedingt mit in Eure Zeitplanung ein.

Fairmont The Norfolk
Fairmont The Norfolk

Check-in & Welcome

Wenn ihr mit dem Auto am Fairmont The Norfolk ankommt müsst ihr erst durch ein Tor fahren und vor der sich dahinter befindlichen Schranke stehen bleiben. Hier werdet ihr geben auszusteigen und durch einen Metalldetektor zu gehen, der sich in einem eigens dafür gebauten kleinen Häuschen befindet. Euer Gepäck wird ausgepackt und extra durchleuchtet. Das ist zwar ein wenig aufwändig, aber ziemlich normales Prozedere in Nairobi und die Mitarbeiter*innen sind super freundlich und hilfsbereit.

Erst wenn ihr hier durch seid könnt ihr vor den Haupteingang des Hotels fahren. Erstmal hier angekommen wurden wir freundlich begrüßt und uns wurden mit den Koffern die Treppe rauf geholfen. An der Rezeption bekamen wir einen warmen Tee und ein kaltes Tuch zum Check-in gereicht. Der Prozess an sich lief relativ schnell und unproblematisch ab.

Als Welcome Geschenk bekamen wir im Zimmer nach einigem Warten ein Begrüßungsschreiben und ein paar Süßigkeiten gebracht.

Fairmont The Norfolk im Überblick

Das geschichtsträchtige Hotel Fairmont The Norfolk besteht in Teilen schon seit 1904. Damals eröffnete es mit 40 Räumen als das einzige gemauerte Hotel mit Ziegeldach in Ostafrika. 1913 wurden weitere 30 Räume ergänzt und ab 1972 glänzte das Hotel dann mit ganzen 170 Räumen insgesamt. In der Zeit seit seinem Bestehen beherbergte das Haus viele berühmte Gäste – unter anderem sogar Theodore Roosevelt.

Am Silvesterabend 1980 erschütterte das Hotel ein fataler Bombenanschlag, der den gesamten Westflügel zerstört und viele Menschen das Leben gekostet hat. In der Zeit danach wurde das Haus zu seiner aktuellen Form mit 108 Zimmer und 17 Suiten aus- und umgebaut.

Genau zu seinem 100jährigen Bestehen wechselte das Hotel The Norfolk 2004 unter das Management von Fairmont Hotels und wurde zum Fairmont The Norfolk.

Die Gebäude sind im kolonialen Stil gehalten und gruppieren sich in maximal 3 Stockwerken um mehrere Innenhöfe. Der Grundriss ist entsprechend der Geschichte etwas verwinkelt. Im Hauptgebäude an der Straße befinden sich die Rezeption, Restaurants, die Bar, der Shop und einige Zimmer. Im Flügel beim Pool findet sich das Spa und Gym.

Suite(n)

Gebucht haben wir – wie immer – die niedrigste Zimmerkategorie. In diesem Fall den Fairmont Room. Auf Grund unseres Platinum Statutes bei Accor Life Limitless bekamen wir tollerweise ein Upgrade auf eine Junior Suite.

Suite No. 3

Direkt hinter der Eingangstür befindet sich eine Art Entree, in dem der Schrank, sowie der Schreibtisch und die Kofferablage zu finden sind. In den Schränken sind Slipper, Schuhlöffel, Bügeleisen und -brett, sowie der Safe und Wäschesack verstaut.

Auf dem Schreibtisch steht eine Kaffeemaschine mit dazugehörigen Tabs, außerdem ein Wasserkocher mit Teebeuteln und Tassen, sowie eine Wasserflasche bereit. Die Position des Schreibtisches ist allerdings relativ seltsam. So im Eingangsbereich und direkt vor der Wand ist kein besonders schöner Platz zum arbeiten.

Im eigentlich Zimmer befindet sich der Wohn- und Schlafbereich. Links steht das Sofa mit Sessel und Tisch einer Kommode gegenüber, auf der sich der Fernseher befindet. In der Kommode ist die Minibar untergebracht, die aber in unserem Fall nicht bestückt war.

Am anderen Ende steht das queensize Bett mit einer Bettdecke und insgesamt 4 Kissen für Euch bereit. Zwei der Kissen sind fester und zwei weicher.

Badezimmer

Das Badezimmer geht vom Schlafbereich ab und ist relativ großzügig gestaltet. Auf dem Waschtisch mit einem Waschbecken standen diverse amenities bereit. Darunter ein Zahnbürsten kit, ein Kamm und eine Duschkappe. Außerdem waren hier auch ein Handwaschgel, sowie Bodylotion von Jua by Agar bereitgestellt.

Die Toilette ist durch eine halbhohe Wand vom Waschtisch abgetrennt und befindet sich direkt neben der Badewanne. An der angrenzenden Dusche hängt schon ein Handtuch und es stehen Bodywash, Shampoo und Conditioner bereit. Die Bademäntel findet ihr hinter der Badezimmertür.

Aber irgendwie hatte uns das Zimmer einfach nicht gefallen – kein Balkon, komischer Blick und der seltsamer Eingangsbereich. So haben wir einfach gefragt, ob es möglich wäre in ein anderes Zimmer zu wechseln. Das war dann auch gar kein Problem und so ging es für uns gleich schräg gegenüber in die Junior Suite No. 1.

Suite No. 1

Hinter der Eingangstür findet ihr im kleinen Flur eine Sitzbank und eine Kofferablage. Rechts geht ein Gang zum Schrank und zum Badezimmer ab. Der Schrank und dessen Inhalt sind mit dem im vorherigen Zimmer identisch.

Weiter geradeaus geht es auch hier in einen kombinierten Wohn- und Schlafbereich. Hier steht ihr vor einem Sofa mit Couchtisch und daneben der gleichen Kommode mit Fernsehgerät wie im anderen Zimmer. Rechterhand ist der Schreibtisch aufgestellt auf dem auch hier die Kaffeemaschine mit Tassen, Kaffeepads, Wasserkocher und Teebeuteln, sowie einer Wasserflasche zu finden ist. In diesem Raum steht der Schreibtisch zwar auch mit dem Blick zur Wand, aber wenigstens im eigentlichen Zimmer und es lässt sich hier eindeutig besser arbeiten als in der anderen Suite.

Die andere Hälfte des Zimmers nimmt das exakt gleiche Bett ein. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: der Blick geht durch eine große Fensterfront in den Innenhof und auf die eigene Terrasse.

Die ganze Junior Suite bekommt damit ein komplett anderes Raumgefühl. Das Zimmer ist zwar nicht größer, oder anders eingerichtet, aber durch die andere Anordnung und den Bezug zum Innenhof ist es hier sehr viel gemütlicher und angenehmer.

Badezimmer

Das Badezimmer ist etwas größer und anders angeordnet, dazu ist der Waschtisch viel breiter und ihr könnt besser Sachen dort abstellen. Super wäre noch ein zweites Waschbecken gewesen, aber ich will mich nicht beklagen. Der ganze Raum ist wirklich viel schöner und interessanterweise auch heller, freundlicher und moderner im Gefühl.

View

Kommen wir aber zum wirklichen Gamechanger – der View. Oder besser die Frage: Terrasse, oder keine Terrasse?!

In Suite No. 3 war der Blick auf das Dach des Vorbaus und zur Straße raus. Die Fenster sind sehr klein und bieten keine wirklich nennenswerte Aussicht.

In Suite No. 1 sieht das aber auch schon ganz anders aus. Hier habt ihr eine ganze Terrasse nur für Euch und könnt von dort den Blick in den grünen, gepflegten und ruhigen Innenhof genießen. Klar könnte der Außenbereich noch gemütlicher gestaltet werden, aber der Unterschied zu vorher ist wirklich riesig!

Hotel Aktivitäten

Pool

Ganz am Ende des Hotelgeländes und angrenzend and die Grundstücksgrenze befindet sich etwas erhöht der Pool. Es gibt einig Liegen und Sitzmöglichkeiten.

Da das angrenzende Gebäude eher dem afrikanischen Brutalismus zugesprochen werden kann ist der Bereich aber eher weniger gemütlich. Eine zusätzliche Begrünung und etwas mehr Sichtschutz hätte dem Gelände durchaus gut getan.

Fitness Center

Angeschlossen an das Poolgelände befindet sich im ersten Stock das ganz okay ausgestattete Fitness Center. Hier findet ihr ein paar Laufbänder und Fitnessgeräte, sowie eine kleine Ecke mit Freihanteln. Außerdem liegen kleine und große Handtücher bereit und ihr könnt Euch am Wasserspender bedienen. Ein weiterer Kursraum ist nicht vorhanden.

Spa

In das Pambo Spa haben wir nur einen groben Blick werfen können. Die Räume liegen im Stockwerk über dem Gym zum Teil im Dachgeschoss. Neben den Umkleideräumen gibt es eine Sauna und ein Dampfbad. Selbstverständlich könnt ihr auch aus einem Spa Menü verschiedene Behandlungen wählen. Wenn ihr dazu mehr sehen wollt schaut auch gerne unseren YouTube Beitrag, da hat Fabi für Euch noch ausführlichere Aufnahmen gemacht.

Restaurants

Restaurant

Das Restaurant Tatu ist stadtbekannt und wird in jedem Reiseführer für hochwertiges Essen in Nairobi angeführt. Wenn ihr hier essen möchtet solltet ihr möglichst vorher reservieren. Ein großer Raum gleich neben der Lobby, sowie eine Terrasse im Innenhof des Hotels bilden gemeinsam das Restaurant. Wir haben abends allerdings außerhalb gegessen und das Lokal nicht für Euch getestet.

Die Lord Delamere Terrasse ist im vorderen Bereich neben dem Eingang an das Hotelgebäude angefügt. Um dorthin zu gelangen müsst ihr durch die Lobby und sozusagen aus dem Vorderausgang raus und steht dann links vor dem Eingang des Restaurants. Hier werden den ganzen Tag über internationale Gerichte serviert. außerdem dient das Restaurant auch als Frühstücksrestaurant. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt könnt ihr in der Rubrik Das Frühstück weiter untern im Text ausführlicheres lesen.

Bar

Die Cin Cin Bar hat uns richtig gut gefallen. Sie versprüht tollen kolonialen Charme und wir fühlten uns gleich ein wenig in die Zeit der Entstehung des Hotels zurückversetzt. Der Raum wirkt edel und sehr einladend. Auf der Terrasse könnt ihr den Blick in den Innenhof genießen.

Nach unserer Ankunft haben wir hier zu Mittag gegessen. Leider war weder der Service noch das Essen wirklich toll. Wir haben über eine halbe Stunde auf unsere Bestellung gewartet, obwohl neben uns nur noch zwei andere Gäste auf der Terrasse saßen.

Frühstück

Wie weiter oben bereits erwähnt wird das Frühstück auf der Lord Delamere Terrasse serviert. Die Location fand ich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Warum kann ich nicht so recht sagen. Eine Terrasse für das Frühstück ist ja nicht so ungewöhnlich. Aber so raus zur Straße und zu einer Zeit in der es morgens jetzt nicht unbedingt immer so richtig warm ist… ich weiß nicht recht.

Trotzdem muss ich sagen, dass das Frühstück echt gut war. Das Buffet ist reichhaltig und es fehlt an nichts. Die Terrasse ist nach außen hin geschützt und sehr gemütlich.

Die Getränke wurden uns serviert. Weitere á la carte Angebote gibt es allerdings nicht. Für Eierspeisen gibt es eine eigene Station am Buffet. Die Mitarbeiter*innen waren zwar nicht besonders schnell, aber dafür bester Laune und äußerst freundlich.

Check-out

Am Tag unserer Abreise lief der Check-out Prozess ohne Probleme und ziemlich schnell ab. Wir wurden nochmal kurz gefragt, ob alles gepasst hat und ob wir noch Hilfe bei der Abreise benötigten. Alles sehr professionell – aber auch nicht mehr.

Kosten

Wir haben für unseren Aufenthalt für eine Nacht 225 Dollar inklusive Frühstück bezahlt.

Ab- und Weiterreise

Wir sind wieder in Richtung Nairobi Wilson Airport abgereist um weiter nach Sansibar zu reisen. Wie für alle unsere Fahrten in Nairobi haben wir auch hier wieder komplett unproblematisch uber genutzt.

Wenn ihr noch mehr über unsere weitere Reise erfahren wollt bleibt dran und folgt uns die kommenden Wochen nach Sansibar und auf einen spannenden und überraschenden Heimflug!

Fazit

Das Hotel Fairmont The Norfolk ist so okay. Ich muss sagen, ich hatte mehr erwartet und war ein wenig enttäuscht. Allerdings kamen wir natürlich auch gerade vom beeindruckenden JW Marriott Masai Mara zurück und dagegen können andere Hotels wahrscheinlich auch nur verlieren. Trotzdem. Ich finde man könnte mehr aus diesem geschichtsträchtigen Haus machen. Die Zimmer bräuchten dringend eine neue Ausstattung und Renovierung, um in der aktuellen Zeit anzukommen. Die Innenhöfe sind toll gepflegt und wunderschön. Zumal in einer so trubleigen Stadt wie Nairobi ein Hort der Ruhe und Entspannung. Das könnte man noch mehr nutzen!

Das Hotel können wir für Singles, Paare, Familien und Geschäftsreisende empfehlen.

Hotel Homepage

Fairmont The Norfolk

Rating

Von uns gibt es für das Fairmont The Norfolk 7 von 10 möglichen Punkten.

Wir ziehen einen Punkt für die wirklich nicht schöne Junior Suite No. 3 ab, in die wir erst gebucht wurden und die echt überholungsbedürftigen Inneneinrichtungen. einen weitern Punkt Abzug gibt es für den ungemütlichen Pool und das in die Jahre gekommene Gym. Außerdem geht ein letzter Punkt für den eher misslungenen Auftakt zum Mittagessen drauf.

Go there?

Wir sind mit einem doch guten Gefühl ausgeheckt und können das Fairmont The Norfolk empfehlen. Es ist nicht herausragend, aber durchaus okay.

YouTube Review


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