Review #55
| Abflug geplant (tatsächlich) | 05.10. 22:35 (23:05) |
| Ankunft geplant (tatsächlich) | 06.10. 05:25 (05:05) |
| Flugzeit (tatsächlich) | 12:50 (12:00) |
| Verspätung | 30 Minuten bei Abflug 20 Minuten zu früh bei der Landung |
| Flugzeugtyp (Kennung) | A330-900 neo (D-ANRC) |
| Reiseklasse | Business |
| Platz | 6 A |
Inhalt
Anreise
Angebunden ist der Flughafen Suvarnabhumi Bangkok (BKK) super mit der Bangkok Airport Rail Link Bahnverbindung direkt aus der Innenstadt. Selbstverständlich könnt ihr aber auch einfach ein Taxi oder ein grab nehmen. Wenn ihr mit dem Auto anreist werdet ihr am Flughafen selbst direkt auf der Abflugebene abgesetzt und müsst nur über eine der Brücken in die Schalterhalle gehen. Die Bahnhaltestelle befindet sich ebenfalls direkt unten im Terminal.
Wir kamen von unserer kleinen Thailand Tour zurück, sind nach einem kurzen Inlandsflug von Krabi aus hier gelandet und direkt weitergereist. Die Anreise von unserem letzten Hotel TreeHouse Villas auf Koh Yao Noi war also schon ein wenig lang und umständlich.


Startflughafen
Der Flughafen Bangkok Suvarnabhumi ist mit Abstand der größte Thailands und der Heimatflughafen für die StarAlliace Airline Thai Airways. Aus so gut wie allen per Flug erreichbaren Hauptstädten der Welt gibt es Verbindungen in die thailändische Hauptstadt.
Nicht zu verwechseln ist der Flughafen aber mit dem alten und jetzt zweiten Airport der Stadt – Don Mueang. Dieser befindet sich auch auf dem Stadtgebiet Bangkoks und wird hauptsächlich für Inlandsflüge und von Billig Airlines genutzt. Checkt also vorher immer für Euren Flug von welchem Flughafen ihr abfliegt.
BKK für Suvarnabhumi im Osten der Stadt und DMK für Don Mueang im Norden.

Check-in & Kofferaufgabe
Wir reisten mit dem Taxi an und wurden direkt an Tor 2 des Flughafens rausgelassen. Hier könnt ihr direkt in die Schalterhalle gehen und findet in Abschnitt B die Condor Schalter, an denen ihr Euer Gepäck aufgeben und die Bordkarten abholen könnt.
Der Bereich B wird normalerweise von Thai Airways genutzt, aber das hatte sich scheinbar geändert. Unserer Erfahrung nach fertigt Condor die Flüge nach Frankfurt in Abschnitt N ab. Schaut hier also bitte auch immer auf die Anzeigetafel für den tagesaktuellen Stand. Die Schalter sind in Business, Economy und Premium Economy unterteilt, wobei Business und Premium Economy Passagieren jeweils einen Schalter zur Verfügung stehen und Economy Fluggäste an 3 Countern einchecken können.
Da wir – wie meist – ohne Aufgabegepäck unterwegs gewesen sind, mussten wir allerdings auch nicht mehr an den Schalter. Wir hatten schon vorher online eingecheckt und unsere Boardingpässe digital erhalten.
Übrigens können wir Euch das reisen nur mit Handgepäck wirklich wärmstens empfehlen. Wenn das für Euch funktioniert nur mit einem kleinen Koffer zu reisen hat das wirklich vor allem drei Vorteile. Ihr habt immer alles dabei, müsst am Check-in Schalter nicht lange warten und müsst euch auch nicht ärgern, wenn das Gepäck mal nicht mitkommt. Wenn ihr also nicht zu lange unterwegs seid, oder auch einfach nicht so wahnsinnig viel während Eurer Reise braucht – macht das. Übrigens kann man sich das große Gepäck auch relativ gut abgewöhnen. Ich spreche da aus Erfahrung!
Wie macht ihr das denn? Schreibt uns doch mal in die Kommentare, wie groß Euer Gepäck normalerweise so ist und ob ihr Euch von einem großen Koffer auf ein Handgepäckstück umgewöhnen konntet.
Sicherheitskontrolle
Als Reisender der Condor Business Class dürft ihr am Suvanabhumi Flughafen in Bangkok die Fast Lane nutzen. Diese befindet sich ganz am Ende des Terminals hinter den Check-in Countern der Reihe A. Ihr müsst um eingelassen zu werden Eure Boardingpässe vorzeigen und habt dann einige Möglichkeiten Euch und Eurer Handgepäck checken zu lassen. In unserem Fall war wirklich gar nichts los und wir kamen sofort dran. Das ist an diesem Flughafen ja durchaus toll und für alle anderen Passagiere eher eine Wunschvorstellung.
Lounge
Die Condor gewährt Euch mit einem Business Class Ticket kostenlosen Zugang zur Coral Lounge, also eine Vertragslounge. Die ist jetzt allerdings nicht ganz so wirklich der Hit, deswegen sparen wir sie uns einfach.
Wir haben durch unsere American Express Platinum Card auch noch einen Priority Pass pro Person als Zusatzbenefit bekommen. Solltet ihr auch einen solchen Pass haben könnt ihr hier am Bangkoker Flughafen Suvarnabhumi diese 11 Lounges nutzen.
Boarding
Unser Condor Flug DE 2363 wurde an Gate 119 abgefertigt welches sich im nigelnagelneuen Satelliten Terminal des Flughafens Bangkok Suvanabhumi befindet, das gerade erst Ende 2023 eigeweiht wurde.
Um dorthin zu gelangen müsst ihr nach der Passkontrolle direkt hinter der großen Statue mit Drachen die Rolltreppen in Richtung der Gates S101 – S128 nach unten nehmen. Von da aus geht es in wenigen Minuten in einer Art U-Bahn eine Station bis zum Satellitengebäude und dann per Rolltreppe wieder nach oben zu den Gates.
Im Gatebereich angekommen werdet ihr von zwei ikonischen Elefanten empfangen. Die sind schon ganz cool, oder?
Die Lounges für Business Class und Status Gäste hier im Satelliten entstehen übrigens erst noch und so dauert es noch bis diese zugänglich sein werden.
Machen wir uns also gemeinsam auf den Weg zu unserem Gate S119.





Welcome
Wir wurden an der Tür freundlich begrüßt und zu unseren Plätzen gewiesen. Schon einige kurze Momente nachdem wir unser Handgepäck verstaut, uns gesetzt und es uns gerade in unseren Sitzen gemütlich gemacht hatte, wurde uns auch schon ein erfrischendes heißes Tuch am Platz serviert.

Start & Routing
Wir sind mit etwa 30 Minuten Verspätung am Flughafen Bangkok Suvanabhumi gestartet und über die Südspitze Myanmar und den Golf von Bengalen, weiter über Indien, Pakistan, Afghanistan und Turkmenistan, aber vorbei an Iran und quer über das kaspische Meer. Dann weiter über Azerbaijan und Georgien, sowie entlang des schwarzen Meeres, quer durch Südeuropa bis nach Deutschland, wo wir in Frankfurt trotz des verspäteten Abfluges 20 Minuten vor der ursprünglich geplanten Ankunftszeit gelandet sind.
Interessanterweise wurde unsere Abflugzeit tatsächlich geplant nach hinten verlegt, weil wir sonst in Frankfurt noch vor der zulässigen Uhrzeit für Landungen angekommen wären. Der Flughafen Frankfurt Main öffnet für Ankünfte um 5:00 Ortszeit die Landebahn. Vorher sind nur Notlandungen möglich.

Quelle: flightradar24
Kabine & Sitz
Im neuen A330-900neo gibt es bei Condor drei Klassen. Economy und Premium Economy nutzen dabei denselben Sitz, der Unterschied liegt allein im Sitzabstand. Beide Klassen sind in einer 2 – 4 – 2 Anordnung bestuhlt, nur ganz hinten, wo der Rumpf schmaler wird, rückt die Economy Class auf eine 2 – 3 – 2 Reihe zusammen.
Ganz anders präsentiert sich die Business Class mit ihren acht Reihen. In Reihe 1 sitzt ihr in der sogenannten Prime Suite, so nennt Condor diesen Platz selbst. Im Grunde ist das der gleiche Sitz wie dahinter, ihr bekommt aber etwas mehr Raum und einen echten Ottomanen für die Füße, der über die komplette Sitzbreite geht. Für diese Plätze zahlt ihr grundsätzlich einen Aufpreis.
Angeordnet sind die Business Class Sitze bei Condor in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration, wobei sich die Plätze abwechseln: Mal sitzt ihr näher am Gang, mal näher am Fenster. Auch in der Mittelreihe wechseln sich Plätze, die zusammenliegen, mit Plätzen direkt am Gang ab. Wer die Business Class der Thai Airways in der 777-300 ER kennt, hat das Prinzip schon vor Augen.
Dann boarden wir doch mal die Maschine und ganz vorne seht ihr in der ersten Reihe den sogenannten Condor Prime Seat mit noch mehr Platz für Euch, den ihr aber nur gegen einen zusätzlicen Aufpreis kostenpflichtig reservieren könnt. Heißt: Da kommen nochmal mindestens 200 Euro Aufpreis auf euch zu, je nach Strecke aber auch noch mehr.

Quelle: aeroLOPA
Der Sitz
Auf diesem Flug sitze ich auf Platz 6A, einem Einzelsitz auf der Fensterseite, der direkt am Fenster liegt. Zum Gang hin trennt Euch die Ablagefläche ab. Wenn ihr an Euren Platz kommt, liegen dort bereits Decke, Kissen, Matratzenauflage und Slipper für Euch bereit, Letztere sogar im typisch gestreiften Condor Look.
Der Tisch ist schräg unterhalb des Bildschirms verstaut und klappt auf Knopfdruck herunter. Der Knopf geht zwar etwas schwergängig, dafür ist das System richtig clever: Ihr könnt den Tisch ganz nah zu Euch heranziehen und genauso leicht wieder wegschieben.
Zur Sitzverstellung sind in der seitlichen Konsole sechs Tasten eingelassen. Drei davon rufen fest hinterlegte Positionen ab, mit den anderen drei bringt ihr den Sitz ganz individuell in Eure Wunschposition.
Außerdem findet ihr am Platz eine Leselampe, Noise-Cancelling Kopfhörer, eine Flasche Wasser sowie das Amenity Kit. Wie viele andere Airlines in der Business Class setzt auch Condor im A330 – 900 neo auf einen Dreipunktgurt, der bei Start und Landung komplett angelegt sein muss. Im Reiseflug dürft ihr den Schultergurt lösen und nur mit dem Beckengurt angeschnallt bleiben.
Eure Fußablage liegt unterhalb der Ablage des Vordersitzes, und direkt darunter gibt es einen Stauraum, zum Beispiel für Eure Schuhe. Etwas Platz zum Verstauen bietet außerdem die seitliche Konsole auf Kopfhöhe, und an der Seite der Ablagefläche findet ihr mehrere Möglichkeiten, Eure Geräte zu laden.






Bett
Erstmals lässt sich der Sitz in der Condor Business Class auf diesem Flugzeugtyp mit nur einer Taste in ein komplett flaches Bett verwandeln. In den älteren Maschinen gab es ja nur eine schräge Liegefläche, umso schöner, dass diese Premiere gelungen ist. Zum Schlafen legt ihr einfach die Matratzenauflage auf Euren Sitz. Wenn ihr fragt, hilft Euch die Crew dabei bestimmt, von sich aus angeboten wurde mir das allerdings nicht.


Entertainment
Mit dem Bordentertainment war ich auf diesem Flug sehr zufrieden. Der Touchscreen lässt sich kinderleicht bedienen, und an Filmen, Serien, Moving Map und Co. war alles an Bord, was man unterwegs braucht. Gefehlt haben mir höchstens ein paar Videos über Condor selbst, wie man sie aus dem Programm von Lufthansa, Thai oder Turkish kennt. Alternativ zum Touchscreen könnt ihr den Monitor auch über eine kleine Fernbedienung steuern, die in der seitlichen Konsole neben der Ablagefläche steckt.
Kleiner Exkurs: Mit dem Safety Video von Condor konnte ich wirklich gar nichts anfangen. Schaut Euch gerne die Ausschnitte in unserer YouTube Review an, das wirkt ziemlich kindisch. Zum früheren Image als Familien-Ferienflieger mag das passen, zum neuen Produkt aber überhaupt nicht.


Amenities
Als Business Class Gast bekommt ihr bei Condor eines von vier verschiedenen Geschenken aus einer kleinen Serie. Eine richtig schöne Idee, bei mir war es eine äußerst praktische Thermotasche! Beim eigentlichen Amenity Kit bin ich dagegen etwas zwiegespalten.
Am Inhalt gibt es nichts auszusetzen, die Verpackung aus Papier nimmt dem Ganzen aber etwas von seiner Wertigkeit. Aus ökologischer Sicht ist das absolut nachvollziehbar, bitte versteht mich da nicht falsch. In der Business Class würde ich mir trotzdem etwas Hochwertigeres wünschen.

Essen, Trinken & Snacks
Abendessen
Rund eine Stunde nach dem Abheben ging es mit warmen Nüssen und dem Cocktailservice los, danach kam die Vorspeise. Die wird auf einem Tablett serviert, auf dem gleich alle Beilagen mit dabei sind.
Allein die Vorspeisen samt Salat und Brotauswahl waren so reichlich, dass ich damit eigentlich schon satt gewesen wäre. Klar, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber so viel Essen braucht es ehrlich gesagt gar nicht.
Beim Hauptgang habt ihr die Wahl zwischen drei Gerichten, bei der Nachspeise gibt es keine Alternative. Geschmeckt haben beide sehr gut, und irgendwie passte dann doch noch alles rein! 😉














Frühstück
Anderthalb Stunden vor der Landung wurde das Frühstück serviert. Laut Karte gibt es als warme Speise lediglich Waffeln und ein hartgekochtes Ei. Das Ei war in Ordnung, die Waffeln dagegen leider ein Totalausfall, die waren nur noch matschig. Neben dem obligatorischen Croissant gab es noch ein paar Brötchen. Wählen konnte man allerdings nichts: Jeder bekam das komplette Tablett, ganz egal, ob man einzelne Teile des Frühstücks überhaupt haben wollte.

Waschräume
Im A330 -900 stehen Euch in der Business Class drei Toilettenräume zur Verfügung: einer vorne in der Nähe des Cockpits und zwei am hinteren Ende der Kabine, jeweils links und rechts. Die Waschräume sind angenehm geräumig, und mit Gesichts- bzw. Feuchtigkeitscreme gibt es auch das, was in Business Class Toiletten inzwischen fast schon Standard ist.



Condor Service
Vom Service war ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht. Unfreundlich war die Crew nicht, wirklich herzlich aber eben auch nicht. Dazu kam ein recht gemächliches Tempo, wodurch die Zeit zum Schlafen spürbar kürzer ausfiel. Auffällig: Sobald die Crew mitbekam, dass ich fotografiere und kleine Videos drehe, wurde auch mehr gelächelt.
Zielflughafen
Der internationale Flughafen Frankfurt ist der größte Flughafen Deutschlands und einer der größten Europas. Erreichbar ist der Flughafen natürlich per Auto und Bus, aber auch per Bahn super angebunden mit Fernbahnhof direkt am Terminal.
Alles ist gut ausgeschrieben und einfach zu finden. Die Wege sind allerdings oft relativ weit und ihr solltet das in Eure Planung mit einrechnen.
Punkte
Unser Urteil für Condor Flug DE 2363: 7 von 10 möglichen Punkten.
Einen Punkt ziehen wir für die Armlehne am Sitz ab, die gerade größere Reisende spürbar einschränkt. Einen weiteren gibt es für den eher lieblosen Service und noch einen für die schwankende Qualität beim Essen. Davon abgesehen ist die Condor Business Class ein wirklich starkes Produkt, und der Flieger selbst ist neu, angenehm leise und deutlich sparsamer im Verbrauch. Für uns Passagiere bringt das erst mal keinen großen Vorteil, die Umwelt freut es aber. Und sollte Condor den geringeren Kerosinverbrauch irgendwann auch über die Ticketpreise an die Gäste weitergeben, wäre das richtig top!
Empfehlung
Unsere Empfehlung: Die Condor Business Class lohnt sich auf jeden Fall, welcher Platz der richtige ist, hängt aber davon ab, wie ihr unterwegs seid. Reist ihr als Paar, bucht am besten die Sitze in der Mitte, damit ihr nebeneinander sitzt. Allein– und Geschäftsreisenden raten wir eher zu den Plätzen am Gang oder auf der Fensterseite, und zwar zu den Fensterplätzen am Gang statt denen direkt am Fenster, weil ihr dort mehr Platz habt.
Airline Homepage
Fazit
Starten wir beim Hardprodukt, also dem Sitz: Der ist wirklich gut, hat aber einen deutlichen Haken, wenn ihr wie ich direkt am Fenster sitzt. Dort lässt sich die linke Armlehne nämlich leider nicht absenken, anders als zum Beispiel bei der Lufthansa im A350. Das fühlt sich auf Dauer schon etwas beengt an. Richtig gut gefallen haben mir dagegen der flexibel verstellbare Tisch und die Qualität des Hauptgangs. Beim Service wäre sicher noch Luft nach oben gewesen, auch wenn er im Vergleich zum Hinflug schon ein wenig besser war.
Unser Aufenthalt in der Phang Nga Bay
Für diese Reise haben wir uns die Phang Nga Bay ausgesucht und auf Koh Yao Yai und Koh Yao Noi übernachtet. Hin- und Rückflug bin ich beide mit Condor geflogen, den Bericht zum Hinflug findet ihr hier. Gewohnt haben wir im Anantara Koh Yao Yai Resorts & Villas, im Cape Kudu auf Koh Yao Noi und in den TreeHouse Villas, ebenfalls auf Koh Yao Noi. Außerdem haben wir auch noch im Hyatt Regency Phuket übernachtet.
Es bleibt also spannend, schaut gerne wieder vorbei!
YouTube Review
Zu diesem Bericht gibt es auch ein Video auf YouTube, dort seht ihr noch mehr Eindrücke als hier im Text 😉
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