Der zweite Teil unseres Trips führte uns mit Singapore Airlines Flug SQ 714 von Singapur nach Bangkok. Geflogen sind wir in der Business Class an Bord einer Boeing 787-10. Trotz der kurzen Flugzeit von nur knapp zwei Stunden erwartete uns ein voll besetztes Langstreckenflugzeug, eine der größten Business Lounges im Netzwerk der Airline und ein Bordprodukt, das ein volles Langstreckenerlebnis auf der Mittelstrecke bietet. Aber seht selbst.
Review #109
| Abflug – geplant (aktuell) | 17:10 (17:37) |
| Ankunft – geplant (aktuell) | 18:45 (18:43) |
| Flugzeit – geplant (aktuell) | 2:35 (2:06) |
| Verspätung | 27 Minuten bei Abflug 2 Minuten früher bei Ankunft |
| Flugzeugtyp (Flugzeugkennung) | Boeing 787-10 (9V-SCW) |
| Reiseklasse | Business |
| Plätze | 19 K |
Inhalt
Transitflughafen
Wir kamen mit Singapore Airlines Flug SQ 937 aus Denpasar in Singapur an und setzten jetzt unsere Reise nach Bangkok nahtlos fort. Wir sind ja im Terminal 2 gelandet und fliegen auch von dort wieder ab, hatten aber Lust und Zeit die Lounge in Terminal 3 zu besuchen. Also nutzten wir zunächst den Skytrain, der zuverlässig im Sechs-Minuten-Takt zwischen den Terminals verkehrt.














Lounge
Nach der Ankunft im Terminal 3 ging es mit der Rolltreppe hinauf zu den Lounges. Neben der First Class Lounge befindet sich hier auch die riesige Silver Kris Business Class Lounge von Singapore Airlines. Schon der Übersichtsplan vermittelt einen Eindruck von der Dimension – flächenmäßig entspricht sie grob zwei bis drei Senator Lounges in Frankfurt.
Der Zutritt verlief unkompliziert, die Bordkarten wurden gescannt und wir wurden direkt in den passenden Bereich geleitet. Die Lounge bietet eine enorme Bandbreite an Sitz-, Ruhe- und Essbereichen.
Im direkten Vergleich zur Business Lounge im Terminal 2, ist diese komplett neu gestaltete Lounge eine ganz andere Liga. Besonders positiv fiel uns das Tageslicht auf, das der gesamten Atmosphäre deutlich mehr Offenheit verleiht. Für einen Transit oder den Abflug mit einem Star-Alliance-Carrier lohnt sich ein Besuch hier definitiv.






Neben klassischen Buffetstationen gibt es eine Bar mit Barista, mehrere Live-Cooking Stationen, eine Coffee Island sowie eine Self-Service-Bar. Beeindruckend!














Sicherheitskontrolle
In Singapur findet die Sicherheitskontrolle ja leider direkt am Gate statt. Ich persönlich finde das ja immer ein wenig nervig und mag lieber eine zentrale Variante, aber hier hat sich das Management eben für diese Version entschieden. Eine separate Kontrolle nach Reiseklasse gibt es in diesem Fall nicht, für Business Class Gäste stand aber dafür ein separater Wartebereich zur Verfügung. Dieser war allerdings einfach nur abgetrennt und unterschied sich kaum vom restlichen Gatebereich – war aber so groß, das jeder Business Class Gast auch auf jeden Fall einen Sitzplatz bekommen konnte.

Boarding
Geboardet wurde unser Flug am Gate F 60 im Terminal 2. Auch hier gab es eine separate Schlange für Business Class und Statusgäste, sowie für die Economy Class Gruppen. Wir hatten Boarding Gruppe 1 und konnten tatsächlich pünktlich und als erstes einsteigen. Eine extra Möglichkeit für Familien mit Kindern, oder Personen die Unterstützung beim einsteigen brauchen früher zu boarden gab es jetzt leider nicht. So ging es für uns zügig an Bord der Boeing 787-10.
Auch hier in Singapur ging es gleich hinter dem Gate Tresen einen Flur entlang und dann direkt auf die Fluggastbrücke, von der wir als Business Class Gäste den ersten Zugang zum Flugzeug nehmen konnten.






Welcome an Bord
An Bord wurden wir freundlich empfangen und nach einem kurzen Check unserer Bordkarte zu unseren Plätzen gewiesen. Noch während wir es uns in unseren Sitzen bequem machten wurde uns es ein Glas Champagner sowie ein heißes Tuch angeboten. Selbstverständlich könnt ihr aber auch eine antialkoholische Variante bekommen.


Start & Routing
Etwa zwanzig Minuten verspätet ging es für uns nach einem regnerischen Start in Singapur direkt auf Kurs Bangkok. Wir sind Richtung Südwesten gestartet und nach einer steilen Rechtskurve quasi Schnurstracks über Malaysia und den Golf von Thailand bis in die thailändische Hauptstadt geflogen. Dort gab es wartebedingt ein paar Schleifen, bevor wir sogar noch 2 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit gelandet sind.

Quelle: flightradar24.com
Kabine & Sitz
Die Boeing 787-10 Flotte von Singapore Airlines verfügt über eine Business Class Kabine mit insgesamt 36 Sitzen, in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration die sich auf den Bereich zwischen den beiden vorderen Kabinentür Paaren verteilt, sowie 301 Economy Class Sitze in einer 3 – 3 – 3 Aufteilung. Eine Premium Economy ist nicht verbaut – dieser Maschinentyp wird wohl eher für die Mittelstrecke, als für die Langstrecke eingesetzt.

Quelle: aeroLOPA.com
Die Business-Class-Kabine präsentierte sich angenehm ruhig, sehr aufgeräumt und – ganz Singapore Airlines – ausgesprochen elegant und hochwertig. Dezente Adventsdekorationen machten deutlich, dass wir im November unterwegs waren und die Weihnachtszeit bereits näher rückte. Über allen Sitzen waren zudem Gepäckfächer im Kabinenhimmel verbaut, die der Kabine zwar Stauraum, aber auch etwas von ihrer räumlichen Weite nahmen.
Übrigens fand ich es äußerst interessant, dass das Langstrecken Business Class Produkt auf der Mittelstrecke hier echt super gut ankommt. Die Kabine war auf diesem Flug fast vollständige besetzt und nur sehr wenige Plätze frei.







Die Sitze sind in dieser Konfiguration versetzt angeordnet, wodurch einige Plätze näher am Fenster, andere hingegen näher am Gang positioniert sind. In der Kabinenmitte befinden sich die Sitze entweder direkt am Gang und damit etwas stärker vom jeweiligen Sitznachbarn getrennt oder – ideal für gemeinsam Reisende – näher beieinander und mit größerem Abstand zum Gang.
Direkt am Sitz lässt sich die Armlehne absenken, sodass sie auf Höhe des Sitzkissens liegt. In der seitlichen Verschalung ist eine individuelle Leselampe integriert, hinter der Ablage findet sich zudem eine kleine Staufläche für persönliche Gegenstände. Bereits beim Einsteigen lagen hier eine Flasche Wasser, das Menü sowie die Kopfhörer bereit.
Ergänzt wird der Sitz durch die vorhandenen Lademöglichkeiten, einen kleinen ausziehbaren Spiegel sowie einen Haken für Kopfhörer, Brille oder ähnliche Utensilien, die oberhalb der Ablagefläche in einem eigenen Fach untergebracht sind. Der Tisch lässt sich unterhalb des Monitors ausziehen, während sich der Sitz per Knopfdruck in verschiedene Positionen verstellen lässt. Über die Bedienelemente können außerdem die Leselampe gesteuert, das Kabinenpersonal gerufen, der Bildschirm ein- und ausgeschaltet sowie das „Do not disturb“-Zeichen aktiviert werden.
Wir saßen wieder versetzt, Micha hinter mir am Gang, ich eine Reihe davor näher am Fenster. Am Platz lagen bereits Kissen, Decke bereit. Im Vergleich zum A350-900 fiel uns aber interessanterweise auf, dass es hier keinen spürbaren Abstand zwischen Sitz und Außenwand gibt.












Der Sitz lässt sich natürlich per Knopfdruck ganz einfach in eine komplett flache Liegefläche verwandeln. Mit 1,90 m Körpergröße war der Fußraum zwar ausreichend, insgesamt wirkte der Sitz aber trotzdem eher schmal. Das Gefühl, sich frei bewegen oder ausstrecken zu können, hatten wir jetzt nur eingeschränkt – für die kurze Flugzeit ist der Sitz aber natürlich absolut klasse – zumal verglichen mit der europäischen Mittelstrecke.


Entertainment
Das Inflight Entertainment-System in der Boeing 787-10 unterscheidet sich interessanterweise optisch vom A350, funktionierte per Touchscreen aber genauso zuverlässig. Die Auswahl an Filmen, Serien und Airline-Informationen war auch hier umfangreich und vor allem für die kurze Flugzeit absolut ausreichend.



Amenities
Bei Singapore Airlines gibt es kein klassisches Amenity Kit auf Flügen unter sechs Stunden. In den Waschräumen lagen jedoch Pflegeprodukte wie Handlotion und Parfum zur Nutzung bereit.
Essen, Trinken & Snacks
Wir sind ja am frühen Abend gestartet und dementsprechend wurde uns auf dem Flug ein 3-Gänge Abendessen serviert. Wie auch auf dem vorherigen Flug konnten wir bei der Hauptspeise aus drei Varianten wählen und alles wurde auf einem Tablett serviert.
Der Service begann direkt nachdem die Anschnallzeichen ausgeschaltet waren mit der Ausgabe der Menüs und einer ersten Getränkerunde.



Als Vorspeise wurden Thai-Style Scallops mit grünem Mango-Salat serviert. Beim Hauptgang konnten wir wählen zwischen: gebratenem Hähnchen, Massaman-Curry mit Fisch oder Beef mit Reisnudeln. Wir entschieden uns beide für das Hähnchen. Zum Dessert gab es einen Schokoladen-Bananenkuchen, anschließend Tee und Kaffee. Geschmacklich war das Essen auf diesem Flug wirklich deutlich besser als auf dem vorherigen von Bali nach Singapur.
Waschräume
Die Boeing 787-10 verfügt im vorderen Kabinenbereich über vier Waschräume. Die beiden vorderen sind beim Cockpit platziert und bei den beiden hinteren gab es ein wenig Kuddelmuddel, weil diese auch von der Economy Class genutzt werden. Ein Wickeltisch für Kinder ist vorhanden und in allen vier Toiletten stehen zusätzliche Amenities, wie Lotion, Rasierer, Zahnbürsten und kleine Handtücher zur Verfügung.





Service
Der Service wirkte auf diesem Flug insgesamt deutlich langsamer als auf dem ersten Leg. Zunächst wurden nahezu alle Book-the-Cook-Bestellungen abgearbeitet, bevor der reguläre Service begann. Dadurch erhielten wir unser Essen als Letzte, während andere Passagiere bereits fertig waren. Die Crew schien mit der Situation stellenweise irgendwie überfordert, was sich auch in einer spürbar nachlassenden Freundlichkeit zeigte.
Ankommen
Nach einem ruhigen Sinkflug erreichten wir Bangkok fast genau zur geplanten Ankunftszeit und mussten nicht allzugange fahren, bis wir an unserem Gate angekommen waren. Auch hier in Bangkok wurden zwei Fluggastbrücken an das Flugzeug angefahren und so konnten wir ganz entspannt durch die vordere Tür aussteigen.



Zielflughafen
Bereits in der Fluggastbrücke wurde auf einem Monitor angezeigt, an welchem Gepäckband unser Gepäck ausgegeben wird – ein kleines Detail, das den Ablauf aber direkt angenehmer macht.
Die Immigration mit Passkontrolle ist kaum zu übersehen, und als Business Class Gäste könnt ihr zudem einen – etwas versteckten – Fast-Track nutzen, über den die Einreise in der Regel sehr zügig verläuft.
Ist dieser Schritt erledigt, wartet das Gepäck meist schon auf dem Karussell, sodass es anschließend ohne Umwege in den Empfangsbereich und weiter zum Grab-Stand gehen könnt.
Für uns führte dieser Aufenthalt zunächst ins Waldorf Astoria, sowie ins St. Regis, bevor wir uns wieder zurück nach Frankfurt zu unserem Heimatflughafen aufmachen.



Kosten
Gebucht hatten wir diesen Trip von Denpasar über Singapore nach Bangkok mit je 30.000 Miles & More Meilen und einer Zuzahlung von 21,91 Euro pro Person über die Miles & More Hotline Anfang Juli 2025. Da hatten wir für Flüge im November 2025 auch einiges zur Auswahl, weil Singapore Airlines gefühlt 10 mal am Tag zwischen Singapur und Bali hin und her shuttlet. Wir haben uns für diesen Flug schlicht wegen der Abflug- und Ankunftszeiten entschieden.
Fazit
Singapore Airlines ist vorm Produkt her wirklich super. Der Sitz ist toll und elegant, wenn auch für unsere Größe ein wenig eng und kurz. Die neue Lounge hat uns überzeugt und auch das Essen war auf diesem Flug definitiv sehr viel besser als auf dem vorherigen. Der Service hingegen war seltsam umkoordiniert und gehetzt – die Freundlichkeit blieb hier ein wenig auf der Strecke, was wir natürlich echt schade fanden. Trotzdem ist es natürlich echt super toll auf einem so kurzen Flug ein vollwertiges Business Class Produkt zu bekommen – da können europäische Airlines wirklich nur staunen!
Punkte
Wir vergeben diesem Singapore Airlines Flug SQ 714 8 von 10 möglichen Punkten.
Einen Punkt ziehen wir ab, weil der Service einfach nicht rund lief und ein weiterer geht ab, weil wir den Sitz auf eine seltsame Art und Weise eng fanden – dabei ist uns völlig klar, dass das Produkt grundsätzlich identisch ist mit dem auf dem vorherigen Flug. Aber trotzdem. Irgendwie fühlte es sich anders an.
Empfehlung
Ja. Wir können diesen Flug auf jeden Fall empfehlen – besonders wegen der Lounge in Singapur und des verbesserten Caterings. Wer Wert auf schnellen und konstanten Service legt, sollte die Erwartungen jedoch leider an dieser Stelle etwas anpassen.
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